Easyjet und die Preisexplosion in Basel
In Basel steigen die Ticketpreise von Easyjet dramatisch an. Mit einer Erhöhung von 1680 Prozent stellt sich die Frage nach den Monopolbedingungen im Luftverkehr.
An einem trüben Dienstagmorgen in Basel, während ich vergeblich nach einem günstigen Flug Ausschau hielt, stieß ich auf die riesige Preistafel von Easyjet. Die Zahlen schienen mir wie ein Scherz, so unrealistisch hoch, dass ich fast erwartete, dass ein übermotivierter Komiker gleich die Bühne betritt, um den Witz aufzulösen. Stattdessen war es die leidvolle Realität der Luftfahrtpreise, die mir da begegnete. Ein Anstieg von 1680 Prozent innerhalb kurzer Zeit – ein unvorstellbarer Wert, der alle Vorstellungen über die Angemessenheit von Ticketpreisen sprengt.
Die Gründe für diese Preiserhöhung sind vielschichtig und reichen von der inflationären Entwicklung der Betriebskosten bis hin zu den Auswirkungen der globalen Pandemie auf die Reisegewohnheiten. Easyjet hat, so scheint es, ein nahezu monopolartiges Recht auf die Flüge ab Basel, und das nicht nur geografisch, sondern auch in der Preisdynamik. In einer Stadt, die für die Nähe zu Frankreich und Deutschland bekannt ist, und die über einen Flughafen verfügt, der im europäischen Luftverkehr nicht die größte Rolle spielt, hat die britische Fluggesellschaft dennoch eine Stellung eingenommen, die die Reisenden in die Knie zwingt.
Die Fluggäste haben eine bedrückende Wahl: Sie könnten auf andere Fluggesellschaften ausweichen, die jedoch oft weitaus längere Reisezeiten oder eher unattraktive Umsteigeverbindungen bieten. Oft stießen die Passagiere auf die eigenartige Absurdität, dass die billige und vermeintlich einfache Reise mit einem High-End-Preis endet, als würde man beim Kauf eines Tiefkühlpizzas in einem Gourmetrestaurant landen.
Was bedeutet das für die Reisenden und die Zukunft des Luftverkehrs? Wenn die Preise sich so weit von der Realität entfernen, ist man geneigt, zu fragen, ob der Luftverkehr noch ein Transportmittel für die Massen ist oder ob er sich in eine Art exklusiven Club verwandelt hat. Fliegen wird nicht nur teurer, sondern auch unattraktiver, besonders für die Gelegenheitsreisenden, die nicht bereit sind, für ein paar Stunden in der Luft hohe Summen zu zahlen.
In einer Zeit, in der viele von uns auf nachhaltige Verkehrsmittel drängen, ist es schwer nachvollziehbar, dass der Luftverkehr sich in eine derart unnachhaltige Preisspirale begeben hat. Während die Branche sich bemüht, umweltfreundlicher und verantwortungsbewusster zu agieren, stehen die Ticketpreise in einem krassen Gegensatz zu diesen Bestrebungen.
Am Ende bleibt der Gedanke, dass der Luftverkehr mehr ist als nur eine Monetarisierung von Reisen. Er sollte eine Brücke zwischen Menschen und Kulturen sein, nicht eine Mauer aus unverhältnismäßigen Preisen, die sich zwischen uns auftürmt und die Möglichkeit, neue Horizonte zu entdecken, stark einschränkt. Vielleicht braucht es einen Umbruch im System, um die überzogenen Preise zu senken und die Luftfahrt wieder für alle zugänglich zu machen.